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Geschichte des Schienengüterverkehrs in der Tschechischen Republik

Die Hauptaufgabe des Schienengüterverkehrs war die Beförderung von Ladungen, Kohle, Holz, Salz und anderen mineralischen Rohstoffen, in der Regel zwischen den Industrie- und Handelszentren. In einigen Berg- und Hüttenwerken in England wurden primitive Eisenbahnen schon in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts eingesetzt, die ersten öffentlichen Eisenbahnen erschienen in Europa am Anfang des 19. Jahrhunderts. In den Anfangszeiten wurde die Eisenbahn von Pferden gezogen (die sog. Pferdebahn). Dies war der Fall der Eisenbahn aus České Budějovice nach Linz bzw. Gmunden. Die ersten Züge mit Salz fuhren auf der tschechischen Strecke im Jahr 1828, vier Jahre später wurde die Strecke beendet. Auch die andere Pferdebahn, Prag-Lány, war vor allem für die Beförderung von Ladungen wie Holz aus den ausgedehnten Wäldern von Křivoklát und Steinkohle aus den Bergwerken in Kladno nach Prag bedeutend. Zur Verlängerung dieser Bahn aus Lány weiter in das Berounka-Tal und von hier aus nach Plzeň kam es leider nicht.

Im Jahre 1839 erschien in der ersten Station auf unserem Gebiet, in Břeclav, die erste Dampflokomotive, die dahin per Kaiser Ferdinands-Nordbahn aus Wien (KFNB) angekommen ist. Mit dem Ausbau dieser Bahnstrecke wollte das Unternehmen die Metropole der Österreichisch-Ungarischen Monarchie mit Industriegebieten in Nordmähren und Schlesien verbinden. Deshalb breitete sich das KFNB-Netz schnell aus und neben der Abzweigung nach Brno (1839) erreichten die Züge bald auch Přerov (1841), Ostrava und Bohumín (1847). Mit Bohumín ist die Geschichte der ersten internationalen Eisenbahnverbindung verbunden. Am 1. September 1848 wurde der Betrieb an der Strecke aus Bohumín nach preußischen Annaberg (Chałupki) eröffnet. Damit kam es zur Verbindung mit dem preußischen Eisenbahnnetz. Die Kaiser Ferdinands-Nordbahn stellte auch den Betrieb auf der sog. Montanbahn sicher. Die Bahn stellte eine Verbindung zwischen Ostrava und den Bergwerken für Steinkohle bei Michálkovice, Orlová und Doubrava her.

Die Kohle stand bei der Gründung weiterer Eisenbahnstrecken. Als sog. Kohlenstrecken wurden die Bahnstrecken der Ústí-Teplice-Bahnen, Buštěhrad-Bahnen und Brno-Rosice-Bahnen gebaut. Die erstgenannte Bahn ließ in den Jahren 1858 – 1870 ein Eisenbahnliniennetz zwischen Chomutov, Teplice Ústí nad Labem, einschl. der Verbindung zum Elbehafen erbauen. Gerade diese Hafenschleppenbahn ermöglichte die Ausfuhr der Braunkohle nach Sachsen. Die Ausfuhr der Braunkohle aus Podkrušnohoří nach Sachsen realisierte auch das Unternehmen Buštěhrad-Bahnen. Von der Hauptstrecke zwischen Chomutov und Cheb bogen zwei bzw. drei internationale Strecken ab, die den Kamm von Erzgebirge überwunden und Richtung Sachsen fuhren. In Bezug auf deren Neigungsverhältnisse ist heute fast unglaublich, wie viele Züge mit Kohle hier durchgefahren sind.

Die Eisenbahn erlebte eine sehr dynamische Entwicklung. Es wurden nicht nur neue Hauptstrecken gebaut, das Netz breitetet sich auch um hunderte Kilometer örtlicher Strecken, die bedeutend der Entwicklung der Industrie und Landwirtschaft auf den jeweiligen gebieten beitrugen, aus. Am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es keine anderen Verkehrsmittel, die eine so große Kapazität wie die Eisenbahn anbieten könnten. Nur Züge konnten damals den Transport von größeren Mengen an Rohstoffen für die Produktion und eine preiswerte Abfuhr von Fertigprodukten sicherstellen. Mit dem Ausbau von lokalen Eisenbahnen, sog. Lokalzüge, beschäftigten sich bei uns sowohl große Unternehmen als auch verschiedene kleine Interessenverbände. Selbständige Unternehmen, welche ihre Unternehmertätigkeiten auf lokalen Eisenbahnen gründeten, waren die Österreichische Lokaleisenbahngesellschaft (ÖLEG) und die k. k. privilegierte Böhmische Commercialbahnen (tschechisch: České obchodní dráhy). Das erste Unternehmen baute seine Eisenbahnstrecken auf den Gebieten mit bedeutendem industriellem Potenzial (Čáslav – Třemošnice, u. a. Kalksteinbrüche, Královec – Žacléř, Kohlenbergbau usw.). České obchodní dráhy orientierten sich auf den Bau von lokalen Eisenbahnstrecken vor allem in der flachen Landschaft von Mittel- und Ostböhmen, die hauptsächlich in der Saison der Beförderung von landwirtschaftlichen Gütern, am meisten dann der Zuckerrübe dienten.

In Bezug auf die Zuckerrübe muss auch ein weiteres Phänomen erwähnt werden - Schmalspurbahnen für Zuckerrüben. Auf der ältesten Schmalspurbahn in Kolín fuhr der erste Zug schon im Jahre 1894. Die jüngste Zuckerrübe-Bahn war die kleine Bahn in der Zuckerfabrik in Libněves, die erst im Jahr 1925 geöffnet wurde. Der Betrieb wurde mit Dampflokomotiven sichergestellt. Die Länge der Bahnen betrug von ca. 10 km (Křinec) bis zu 25 km (Schmalspurbahn in Kopidlno). Kopidlnská-Bahn sollte nach dem Ende des 2. Weltkriegs und nach der Verstaatlichung von Zuckerfabriken ein wesentlicher Teil der Schmalspurbahn, die sich zwischen Kopidlno, Křinec, Dymokury a Vysoké Veselí ausbreitete, werden. Die längste Schmalspurbahn für die Zuckerrübe war die Dymokurská-Bahn, die von der Firma Orenstein & Koppel erbaut wurde und im Jahre 1931 ihre definitive Länge von mehr als 27 km erreichte. Die Wende der fünfziger und sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts bedeutete leider die Auflösung der Zuckerrübe-Bahnen. Sie wird durch die Beförderung mit den mehr flexiblen Lustkraftwagen ersetzt. Die Schmalspurbahnen setzten sich in der Vergangenheit auch bei der Beförderung von Holz - hier besonders in der benachbarten Slowakei - und von anderen mineralischen Rohstoffen durch. Sie waren ein Teil der Infrastruktur fast jedes größeren Industrieunternehmens.

Ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Eisenbahn nicht nur auf dem Gebiet der Tschechischen Republik wurde die Inbetriebnahme der ersten elektrifizierten Strecke mit Normalspur in Mitteleuropa im Jahr 1903 - lokale Eisenbahn Tábor - Bechyně, ein Werk des tschechischen Elektrotechnikers František Křižík. Eine weitere elektrifizierte Strecke entstand im Jahr 1911 in Pošumaví und stellte eine Verbindung zwischen der Station Rybník und Lipno nad Vltavou her. Die Initiatoren des Ausbaus waren der Abt des Klosters in Vyšší Brod Bruno Pammer und der Industrieunternehmer Arnošt Polák aus Loučovice. Der wesentliche Grund für den Ausbau war die Erleichterung des Transports von Holz und Papierware. Die Elektrotraktion garantierte niedrige Betriebskosten. Ihre Bedeutung erwies die Bahn auch bei der Beförderung von Material für den Bau des Stausees Lipno.

Im Jahr 1918 wurde die Tschechoslowakische Staatsbahn (ČSD) gegründet. Die ČSD bestand in den Jahren 1918 – 1992 mit Unterbrechungen zwischen 1939 und 1945, als auf böhmischem Gebiet die sog. Böhmisch-Mährische Bahn (ČMD) und in der Slowakei die Slowakische Eisenbahn (SŽ) existierten. Die neue selbstständige Tschechoslowakei baute neue Strecken aus, die sich nicht in der Nähe der Staatsgrenzen befinden und von militärischen Konflikten nicht direkt bedroht würden. Vor allem in der Slowakei einstanden wunderschöne Strecken, wie zum Beispiel Veselí nad Moravou – Nové Mesto nad Váhom (1927 – 1929), Handlová – Horná Štubňa (1931) oder Červená Skala – Margecany (1936). In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Prager Eisenbahnknotenpunkt elektrifiziert und neue Strecken außerhalb des Zentrums erbaut. Im Jahr 1936 wurde der Bau eines modernen Güterbahnhofs in Prag -Žižkov beendet.

Die sozialistische Periode der Nachkriegszeit verlief im Zeichen einer intensiven Entwicklung der Bergbau, Industrie und selbstverständlich auch des Schienengüterverkehrs. Auf der östlichen Grenze der ehemaligen Tschechoslowakei, in Čiernaj nad Tisou, wurden Umschlagplätze zwischen der normalen und der Breitspur gebaut. In Nordböhmen mussten viele Eisenbahnstrecken dem Tagebau zur Förderung von Kohle weichen. Zwischen Chomutov, Most und Teplice entstanden viele Neubauten. Es wurde auch eine massive Elektrifizierung der Haupteisenbahnstrecken fortgesetzt. Für die Strecken im nordöstlichen Teil der Republik wurde die Elektrifizierung durch Gleichstrom von 3kV, für die südwestlichen Strecken durch Wechselstrom von 25 kV gewählt. Interessant war auch die Installation einer Fernsteuerung der Stationen zwischen Plzeň und Cheb im Jahr 1964 nach dem sowjetischen Muster. Einige Hauptstrecken waren zu dieser Zeit so stark mit Güterverkehr belastet, dass die Personenzüge durch Busse ersetzt werden mussten.

Im Jahr 1993 entstand nach der Trennung der Tschechoslowakei das Unternehmen Tschechische Bahn. Anfang der 90er Jahren des letzten Jahrhunderts brachte der Eisenbahn eine ganze Reihe von Änderungen mit. Es begann die Modernisierung der Verkehrskorridore, die damalige Tschechische Bahn schloss sich vielen innovativen Projekten an, z.B. LKW-Transport im Rahmen des Systems "Ro-La" von Lovosice nach Dresden.

Das Unternehmen ČD Cargo, a.s., als Tochtergesellschaft von České dráhy, a.s. entstand am 01. Dezember 2007, und zwar durch Einlage eines Teiles des Güterverkehrs der ČD, a.s. Es begann sich ein neues Kapitel in der Geschichte des Schienengüterverkehrs in der Tschechischen Republik zu schreiben. Auch dieses Kapitel ist sehr reich, da das neue Transportunternehmen während seines Bestehens einer großen Wirtschaftskrise ausgesetzt wurde und die Modernisierung des Fahrzeugparks, sowie das Segment der Transporte einzelner Wagensendungen lösen musste. Die moderne Geschichte des Unternehmens schreiben moderne interoperable Lokomotiven Siemens Vectron, welche die Abwicklung der Transporte nicht nur in allen Nachbarländern ermöglichen.


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